Pflegestärkungsgesetz I - Neuerungen in 2015

 

Seit dem 1. Januar 2015 ist das Erste Pflegestärkungsgesetz („PSG I“) in Kraft getreten. Es wurden sowohl die Leistungsansprüche insgesamt erhöht, als auch die Ansprüche für die Versicherten in der sogenannten Stufe 0 erweitert.

Teil des Wortes Pflegestärkungsgesetz I in Scrabble Buchstaben

Pflegestärkungsgesetz 1 - Übersicht der Neuerungen:

Anpassungen der Sach- und Geldleistungen
Welche Verbesserungen sind bei der Kurz- bzw. Verhinderungspflege eingetreten?
Änderungen bei der Tages- und Nachtpflege
Wie werden Wohnraumanpassungen und Umbaumaßnahmen gefördert?
Welche Kosten für Pflegehilfsmittel werden erstattet?
Pflegeleistungen für Demenzkranke
Zusätzliche Betreuungsleistungen für Demenzkranke nach §45
Wie werden pflegende Angehörige durch das neue Pflegestärkungsgesetz unterstützt?
Sach- und Geldleistungen in der Übersicht - Tabelle

 

Anpassungen der Sach- und Geldleistungen

Die steigenden Preise (Inflation) der letzten Jahre, hat eine Anpassung der bisherigen Sach- und Geldleistungen um vier Prozent notwendig gemacht.
 

Welche Verbesserungen sind bei der Kurz- bzw. Verhinderungspflege eingetreten?

Künftig ist eine bessere Kombination der beiden Versorgungsarten (Kurzzeitpflege / Verhinderungspflege) möglich.

Wird eine Pflegeperson aufgrund einer Krankheit oder Abwesenheit an der Pflege gehindert, kann eine Ersatzpflegeperson die Pflege übernehmen. Dabei spricht man von  "Verhinderungspflege". Eine stationäre Unterbringung in einem Heim, heißt „Kurzzeitpflege“. Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz 1 hat sich der Anspruch Kurzzeitpflege von vier auf acht Wochen erhöht.

Die Pflegekasse übernimmt 1612 € für Verhinderungs– und 1612€ für Kurzzeitpflege jährlich. Der Gesamtanspruch wurde also auf 3224 € erhöht.

Verhinderungspflege kann ab 2015 bis zu sechs Wochen pro Jahr in Anspruch genommen werden. Nicht in Anspruch genommene Kurzzeitpflege kann zu 50% an die Verhinderungspflege angerechnet werden. In einfachen Worten: wird die Unterbringung in einem Heim nicht in Anspruch genommen, werden 50% (das sind 806 €) auf das Verhinderungspflege Budget angerechnet. Insgesamt kann somit die Ersatzpflegeperson mit 2418 € vergütet werden.

Die Voraussetzung, dass die Pflegeperson den Versicherten vor der ersten Verhinderung mindestens sechs Monate zu Hause gepflegt hat, gilt weiterhin. Die für die Verhinderungspflege entstandenen Kosten sind nachzuweisen.

 

das Wort Stärkungs in Scrabble Buchstaben

 

Änderungen bei Tages- und Nachtpflege

Tages- und Nachtpflege wird ab sofort nicht auf das Pflegegeld oder Sachleistungen angerechnet.
 

Wie werden Wohnraumanpassungen und Umbaumaßnahmen gefördert?

Ob Rollstuhlrampen, begehbare Duschen, Verbreiterung von Türen, die Zuschüsse für solche Umbaumaßnahmen werden auf 4.000 Euro je Umbau erhöht (bisher 2.557 Euro). Zusammenlebenden Pflegebedürftigen einer Pflege-Wohngemeinschaft — stehen sogar 16.000 Euro zu.
Weitere Informationen und Beispiele zum Thema Wohnraumanpassungen und Umbaumaßnahmen finden sie hier

 

Welche Kosten für Pflegehilfsmittel werden erstattet?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel werden bis zu einem Höchstbetrag von 40€ von der Pflegekasse übernommen. Zu den Hilfsmitteln gehören: Saugende Bettschutzeinlagen, Fingerlinge, Einmalhandschuhe, Mundschutz, Schutzschürzen sowie Hände– und Flächendesinfektionsmittel.
Sprechen Sie uns an, wir unterstützen Sie gern bei der Antragsstellung.
Telefon: 0821 5891892

 

Wortteil von Pflegestärkungsgesetz I in Scrabble Buchstaben

Pflegeleistungen für Demenzkranke

Ab 2015 gehören demenzerkrankte Menschen zum Kreis pflegebedürftiger Personen. Diese Personengruppe wird in die Pflegestufe 0 eingestuft. Somit erhalten erstmals auch Demenzerkrankte einen Anspruch auf Tagespflege, Nachtpflege sowie Kurzzeitpflege.
Zudem ist Ihnen nun möglich, die Anschubfinanzierung für ambulant betreute Wohngruppen zu bekommen. Damit erhalten jetzt auch die Leute mit einer Demenzerkrankung einen Zugang zu allen Leistungen der Pflegeversicherung.

 

Zusätzliche Betreuungsleistungen für Demenzkranke nach §45

Ab dem 01.01.2015 werden die zusätzlichen Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, sogenannte Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Dadurch sollen die Versicherten mehr Möglichkeiten erhalten den Bedarf zu decken. Zu den Betreuungsleistungen gehören Verrichtungen, wie Unterstützung im Haushalt,  Betreuung bei Aktivitäten oder Häusliche Betreuung. Versicherte mit eingeschränkter Alltagskompetenz (psychisch Kranke oder demenziell erkrankte Menschen) erhalten diese Leistung weiterhin unverändert. Es wird nach Betreuungsbedarf ein Grundbetrag von 104 € oder ein erhöhter Betrag von 208 € gewährt. Betreuungs- und Entlastungsleistungen erhalten zukünftig auch Pflegebedürftige ohne eingeschränkte Alltagskompetenz in Höhe des Grundbetrages von 104 €.

 

Wie werden pflegende Angehörige durch das neue Pflegestärkungsgesetz unterstützt?

Wenn ein Familienangehöriger in eine dringend erforderliche Pflege-Situation gerät (Unfall, Krankheit o.ä.), muss Pflege organisiert werden. Damit ein berufstätiger Familienangehöriger beim organisieren dieser Pflegehilfe, keinen Lohnausfall erleidet, wird ein Pflegeunterstützungsgeld als zehntägige Lohnersatzleistung eingeführt.

Sach- und Geldleistungen ab 1. Januar 2015

  Pflegesachleistungen Pflegegeld
Pflegestufe 0 (mit Demenz) 231,00 € 123,00 €
Pflegestufe 1 468,00 € 244,00 €
Pflegestufe 1 (mit Demenz) 689,00 € 316,00 €
Pflegestufe 2 1.144,00 € 458,00 €
Pflegestufe 2 (mit Demenz) 1.298,00 € 545,00 €
Pflegestufe 3 1.612,00 € 728,00 €
Pflegestufe 3 (mit Demenz) 1.612,00 € 728,00 €
Härtefall* 1.918,00 €  
Härtefall* (mit Demenz) 1.918,00 €  

Leistungen bei vollstationärer Pflege

Vollstationäre Pflege Leistungen
Pflegestufe 0 (mit Demenz) 0,00 €
Pflegestufe 1 1.064,00 €
Pflegestufe 1 (mit Demenz) 1.064,00 €
Pflegestufe 2 1.330,00 €
Pflegestufe 2 (mit Demenz) 1.330,00 €
Pflegestufe 3 1.612,00 €
Pflegestufe 3 (mit Demenz) 1.612,00 €
Härtefall* 1.995,00 €
*Härtefall:
Wenn das übliche Maß der Pflegestufe III weit überschritten wird und ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand erforderlich ist (z.B der Betroffene muss auch mehrfach oder von mehreren Personen in der Nacht gepflegt werden).
 

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